Während andere noch über Neujahrsvorsätze nachdenken, entwickle ich bereits meine nächste Jahresvision, bereite Veränderungen vor und genieße, was ich dieses Jahr geschafft habe.
Jedes Jahr dasselbe Spiel: Weihnachten, Silvester, Neujahr – und plötzlich sollen wir voller Motivation unser Leben verändern.
Neue Vorsätze. Neue Ziele. Neue Gewohnheiten.
Und am besten funktioniert alles ab dem 1. Januar.
Ähm … warum eigentlich? 😂
Ich habe irgendwann festgestellt, dass mein neues Jahr viel besser beginnt, wenn ich schon vorher damit anfange.
Nicht mit einer riesigen To-do-Liste. Sondern mit einer Vorstellung davon, wie mein Leben im kommenden Jahr aussehen und sich anfühlen könnte.
Im September 2018 habe ich einen neuen Job begonnen. Gleich in den ersten Wochen durfte ich an einem Offsite teilnehmen, bei dem meine damalige Chefin mit uns eine Quartalsplanung erarbeitete.
Eine wunderbare Erinnerung an diesen Job!
Später durfte ich diese Planungen sogar selbst vorbereiten.
Und irgendwann dachte ich: Warum eigentlich nur beruflich?
Also begann ich, diese Denkweise auch für mein Privatleben zu nutzen.
Als Prozessverbesserer schaut man schließlich gerne darauf, was funktioniert, was nicht funktioniert und was sich einfacher gestalten lässt. 😅
Mit der Zeit habe ich meine Vorgehensweise immer weiter verändert und etwas Entscheidendes festgestellt:
Ich kann mich selbst steuern.
Vor allem dann, wenn ich nicht nur plane, sondern auch regelmäßig überprüfe, was aus dem geworden ist, was ich mir vorgenommen habe.
Wenn das letzte Quartal beginnt, schaue ich zurück.
Was wollte ich dieses Jahr erreichen? Was habe ich tatsächlich geschafft? Was ist noch offen? Und was funktioniert zwar, könnte aber leichter gehen?
Gleichzeitig beginne ich, mir mein kommendes Jahr vorzustellen.
Wie möchte ich sein? Was soll anders werden? Wie möchte ich mich fühlen? Wie soll mein Zuhause aussehen? Was möchte ich erleben?
Aus diesen Vorstellungen entsteht nach und nach meine neue Jahresvision.
Und daraus wiederum entstehen Projekte.
Mittlerweile weiß ich: Fünf Projekte reichen völlig.
Ich habe schließlich nur 100 % von mir und keinen Clone, der auch noch mitmachen kann. 🤣
Natürlich verändert sich im Laufe eines Jahres einiges. Manchmal wird etwas anderes wichtiger. Dann ändere ich eben meine Richtung oder tausche ein Projekt aus.
Solange es zu meinem großen Ganzen passt, ist das vollkommen in Ordnung.
Ich liebe es, Dinge festzuhalten. Aber bitte nicht immer auf dieselbe Weise!
Ich nutze Kanban-Boards, meine Top Topics im Monatsplaner, die ich abstempeln kann, und ein Whiteboard auf Rollen.
Mal so, mal anders.
Warum?
Weil mir Abwechslung hilft, dranzubleiben.
Manchmal reicht es schon, etwas anders darzustellen, um plötzlich einen neuen Blickwinkel zu bekommen.
Und das Schöne daran: Meine Vorhaben bleiben sichtbar, ohne dass ich ständig daran arbeiten muss.
Da lese ich meine Top Topics, schaue aufs Board und irgendwann passiert es.
Ein freies Wochenende. Ein bisschen Lust, etwas anzupacken.
Und hoppla – schon wieder etwas erledigt, das ich gar nicht eingeplant hatte!
Abhaken! Oder noch besser: abstempeln! 🤪
Ich glaube, genau deshalb funktionieren meine Systeme für mich.
Nicht weil ich mich zwinge, einer bestimmten Methode zu folgen.
Sondern weil ich die Methoden so gestalte, dass sie zu mir passen.
Ein neues System funktioniert selten sofort ganz selbstverständlich.
Am Anfang muss ich nachschauen, mich erinnern, etwas verändern oder nochmal ausprobieren.
Erst nach einigen Wochen wird daraus eine Routine.
Deshalb nutze ich die etwas luftigere Zeit im letzten Quartal gerne, um solche Veränderungen vorzubereiten.
Mein Finanzsystem für 2027 ist ein gutes Beispiel.
Ich hätte mir am 1. Januar vornehmen können, meine Finanzen besser zu organisieren.
Stattdessen schaue ich schon vorher darauf, was an meinem bisherigen System funktioniert hat, was mich gestört hat und was mir fehlt.
Dann verbessere ich es und beginne, damit zu arbeiten.
So muss ich im Januar nicht erst ein neues System entwickeln. Ich kann es bereits nutzen.
Und vielleicht habe ich mich bis dahin sogar schon so daran gewöhnt, dass es ganz selbstverständlich geworden ist.
Früher hätte ich vielleicht stärker darauf geschaut, was noch nicht erledigt ist.
Heute sehe ich auch, was ich alles geschafft habe.
Wenn ich mich beispielsweise in meinem Erdgeschoss umschaue, sehe ich so viel, das ich verändert habe.
Meinen Stil. Meine Ordnung. Meine Dekoration. Die Lichter. Die Atmosphäre.
Hier bin ich zu Hause.
Und vieles davon habe ich ganz alleine geschafft.
Natürlich gibt es noch offene Aufgaben. Die wird es vermutlich immer geben.
Aber wenn ich 80 % meiner Vision erreicht habe, dann sind das 80 %, auf die ich stolz sein darf.
Und ganz ehrlich:
Hast du schon mal Aufgaben davonrennen sehen?
Nein? Ich auch nicht. Die bleiben! 😂
Ich darf also ruhig etwas ins nächste Jahr mitnehmen.
Für mich sind Oktober, November und Dezember mittlerweile eine besondere Zeit.
Ich schließe meine bisherige Vision ab, erledige noch das eine oder andere und schaue voller Vorfreude auf das, was kommen könnte.
Ich entwickle neue Ideen, bereite Veränderungen vor und lasse gleichzeitig das alte Jahr ausklingen.
Es ist wie eine Brücke.
Hinter mir liegt das Jahr mit all seinen Erlebnissen, Herausforderungen und Erfolgen.
Vor mir liegt ein neues Jahr mit neuen Möglichkeiten.
Und dazwischen?
Da bleibe ich einfach mal auf der Brücke stehen und genieße den Sonnenuntergang.
Ich muss nicht sofort weiterlaufen.
Ich darf zurückschauen, stolz sein und mich auf das Neue freuen.
Denn das Leben besteht nicht nur daraus, immer das nächste Ziel zu erreichen.
Es besteht auch daraus, zu genießen, was bereits entstanden ist.
Vielleicht tatsächlich erst am 1. Januar.
Vielleicht aber auch schon viel früher.
Du musst dafür keine Quartalsplanung einführen, kein Kanban-Board aufbauen und auch keine fünf Projekte festlegen.
Vielleicht reicht es, dir jetzt schon eine Frage zu stellen:
Wie möchte ich mich im kommenden Jahr fühlen – und was könnte ich heute schon dafür vorbereiten?
Und während du darüber nachdenkst, vergiss nicht, zwischendurch deinen eigenen Sonnenuntergang zu genießen.
Denn auch das gehört dazu. ❤️
Ich entwickle praktische Strategien für Selbstführung und Umsetzung – meistens aus Dingen, die ich in meinem eigenen Leben erst einmal selbst einfacher machen wollte. So ist auch MyEasierNow entstanden: nicht für das perfekte Leben, sondern für dein echtes.
Gründerin von MyEasierNow
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